in Ephemera:

das "Kunstwerk der Woche"

Aus dem Fenster

 

Fotodokumentation
2004

2004 entstand eine Serie von Fotos aus dem Fenster unserer Wohnung
in Linz von Anfang Jänner bis Ende Dezember – an die 900 Fotos.
2005 wurde mit dem Bau eines Hochwasserdammes begonnen, der
die Aussicht (durch eine scharfe waagrechte Linie im Bild) entscheidend
veränderte.
Das wusste ich zur Zeit dieser Aufnahmen noch nicht. Mich interessierte
die jahreszeitliche Veränderung des immer gleichen Blickes aus dem
Fenster.
 

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An die Steppe denken

 

Installation im Bereich Leonding während des Sommers 2001

Am Rande eines Feldes begrenzen 12 Stäbe eine elliptische Fläche. Innerhalb dieser „Lichtung“ wirkt der Bodenbewuchs wie niedergetrampelt. Im Zentrum eine Mulde, eine Fläche aus Ton, in die ein Frauenkörper gezeichnet ist. Mit einer Art Meilerbrand wird der Ton gebrannt, der im Laufe des Sommers verwittert und zuwächst.

Das ist der Versuch, sich eine Situation vorzustellen, in die meine fiktive Vorfahrin vor 1000 Jahren in der zentralasiatischen Steppe geraten ist: sie liegt, bedroht und ihrer Kleider beraubt, am Boden, aber keiner wagt, sie zu berühren.

 

Jurte

 

2001

ein Projekt im Rahmen der Ausstellung „Beziehungsfelder“ im OÖ Landesmuseum, bei der künstlerische Beziehungen thematisiert werden sollten. Inhalt meines Projektes war die Suche nach einer Künstlerin im Zentralasiatischen Raum, Herstellung des Kontaktes zu Yuliya Sorokina, gemeinsames Erarbeiten des Themas „Jurte“ und letztendlich zwei Wochen intensivster Zusammenarbeit in Linz.
 

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Im Raum steht eine Jurte, in der auf einem Monitor ein Video läuft, das eine alte Kasachin zeigt, die auf russisch Anweisungen zum Bau einer Jurte gibt, den Zusammenhang zwischen der Form einer Teetasse und der Kuppel einer Jurte erklärt, aus ihrem Leben erzählt und singt.
Außerhalb der Jurte ein zweiter Monitor, auf dem Yuliya und ich beim Bau der Jurte zu sehen sind.

„Jurte“ ist die Verkörperung der Entstehung einer Beziehung – zwischen meinen Träumen von einem Leben vor Beginn oder nach Ende unserer technikorientierten Zivilisation und der Wirklichkeit in Gestalt der zeitgenössischen kasachischen Künstlerin Yuliya Sorokina.

Die Jurte ist für mich ein romantisches, für Kasachen eher ein banales Symbol für Tradition. Yuliyas Beitrag war, ein Video von einer alten Kasachin zu machen, die Anweisungen zum Bau einer Jurte gibt. Nach diesen Anweisungen sollte ich die Jurte bauen, wie schief und unbeholfen das Zelt auch werden möge, das sei dann die Wirklichkeit.

Videostills: Yuliya Sorokina, Almaty, Kazakhstan

Die Jurte vor der ACC Galerie, Weimar

Schewitz, Prochaska, Gyömörey -

mein Europa. Ein Migrationsprojekt
2004

Skizze, Modelle (1,2,3)
Skopo (4,5,6)
Mezökeresztes (7,8,9)
Prag (10,11,12)
Ausstellung im afo (13,15)
'Tanya' von Imre Bukta (14)

 

In Skopo, Prag und Mezökeresztes habe ich im Sommer 2004 für kurze Zeit je ein Haus gebaut, Lattenhäuser ohne Wände, offen für Neues.
Die Häuser standen in den Heimatorten dreier meiner Vorfahren: Johann Schewitz, Skopo, Slowenien; Johann Baptist Prochaska, Prag, Tschechien; Amalia Gyömörey, Mezökeresztes, Ungarn.
Ich habe drei KünstlerInnen des jeweiligen Landes gebeten, durch ihre Kunst meine Häuser in Gegenwart zu verwandeln. So wurde Traum zu Realität, Privates zu Geschichte.

Die KünstlerInnen sind:
Imre Bukta, Ungarn
Marjeta Godler, Slowenien
Isabela Grosseova, Tschechien

Die Form der Häuser bezieht sich auf die jeweiligen Orte. Das ungarische Haus zitiert das noch vorhandene ehemalige Haus der Familie meiner Großmutter. Die Form des slowenischen Hauses bezieht sich auf die bäuerliche Herkunft meines Vorfahren Johann Schewitz, das tschechische Haus dagegen mit seinem doppelten Dach auf die Kompliziertheit urbanen Lebens und die gehobene Stellung des Johann Baptist Prochaska.

Die Aufstellungsorte der Häuser waren unterschiedlich. In Skopo, das ich erst mühsam entdecken musste, stellten wir das Haus mitten im Dorf auf, in Mezökeresztes war der Ort selbstverständlich vor dem “Originalhaus“ und in Prag wählte Isabela Grosseova den Ort, an dem die Installation stattfinden sollte: die Nationalgalerie, Veletrzny palac.

 Das Projekt wurde durch das Margret Bilger-Stipendium ermöglicht, die abschließende Präsentation erfogte im afo architekturforum oberösterreich in Linz.

 

Pilgerstäbe

ein Open-End Projekt

seit 1996

Foto-und Videodokumentation

 

Beständigkeit

Dauer

Wiederholung

Langsamkeit durch Beschwerlichkeit

Schweigen

Stille, von Lärm umgeben

Videostills

 

Die Pilgerstäbe sind Stäbe aus Keramikteilen.

 

Sie sind manchmal Teil einer Orts-und Situationsbezogenen Installation,

dann wieder werden sie von Ort zu Ort getragen, bleiben eine Weile

und werden weitergetragen.

Wo ist das Problem

ein Rollstuhlprojekt

Konzept: Friedrich Migl und Monika Migl Frühling

2009

 

Eine Gemeinschaftsarbeit im Rahmen der Projektreihe 52 Wege die Welt zu retten im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres 2009 in Linz, Oberösterreich, mit SchülerInnen des BRG Traun, unterstützt von Prof. Erich Dorn, der die anschließende literarische Umsetzung begleitete.

 

LINZ09_texte_WEG42.pdf
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Non-Silk Way. Asian Extreme

A moving workshop (Teilnahme)

Konzept: Yuliya Sorokina

2002

 

(...) This project is a reflection on the true situation in the regions of Kazakhstan and Central Asia. (...) We have called it "Non-Silk Way" as it is the route which connects monuments of history and culture, and "monuments" of the post-Soviet epoch - destroyed cities and zones of ecological collapse. (...)

Yuliya Sorokina

 

 

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Eine Gruppe von Kasachischen KünstlerInnen besuchte auf Initiative der Kasachischen Künstlerin und Kuratorin Yuliya Sorokina gemeinsam mit Künstlern aus Kirgistan, Armenien und europäischen KünstlerInnen und KuratorInnen eine Reihe dieser Orte. Begleitet wurde dieser moving workshop von künstlerischen Aktionen, gegenseitigen Werk-Präsentationen (manchmal während der Fahrt im Bus, manchmal nach Veranstaltungen um 2:00 früh im Hotel), treffen mit lokalen KünstlerInnen und einem abschließenden Symposium mit Ausstellung in Almaty.

Stifter der Ordnung halber

(Teilnahme)

Kuratorin: Helga Schager

2004 - 2005

 

Ausstellung: BVÖ, Linz, Ursulinenhof 2005

mit:

Hermine Asamer

Therese Eisenmann

Astrid Esslinger

Veronika Merl

Monika Migl Frühling

Elfriede Ruprecht-Porod

Helga Schager

Charlotte Wiesmann

 

Ausgehend vom engen Ordnungsraster, der sich durch Stifters Erzählungen zieht, thematisiert "Stifter der Ordnung halber" die Frage nach der Sinnhaftigkeit von Ordnungssystemen. Wo befindet sich die Schnittstelle zwischen Bedingungen, die als hilfreiche Koordinaten Sicherheit schaffen und jenen, die als einengendes Korsett Lebenskraft unterdrücken.

 

Stifter und ich

 

Der Schminktisch ist die Ordnung. Der Inhalt der blau gestrichenen Laden das Chaos in Form von Erde. Diese Erde enthält Erde aus Stifters Grab - ihn selbst in seiner chaotischsten Form.

 

Der Schminktisch - das sind alle Geschichten, die über Stifter in Umlauf sind. Die Erde ist alles Nicht-Anekdotische, Nicht-Biografische.

 

Der Schminktisch ist das Spielerische, Ironische im Umgang mit Stifter. Die Erde ist alles Ernsthafte.

 

Der Schminktisch ist A. Stifter, ich bin die Erde --- äh ---

 

Der Schminktisch, das bin ich, Stifter ist die Erde, äh, in der Erde...

 

Stifter und ich, wir sind der Schminktisch und die Erde.

Oder?

in_keinster_weise_nachhaltig_verortet

Hierarchien im Kunstbetrieb (Teilnahme)

Konzept: Helga Schager

 

Ausstellung: BVÖ, Linz, Ursulinenhof 2009

mit:

Terri Frühling

Veronika Merl

Monika Migl Frühling

Kazuko Miyamoto

Elfriede Ruprecht Porod

Helga Schager

Charlotte Wiesman

 

 

Helga Schager im Karikaturmuseum Krems

 

"Wir (...) beleuchten auf humorvoller Ebene die "Hierarchien im Kunstbetrieb" und sehen uns als Teil dieser Hierarchie-Skala. Wir durchleuchten diese Hierarchien und begeben uns auf die Suche nach Schlupfwinkel und Strategien, hierarchische/patriarchale ordnungen zu durchbrechen. Ein wichtiger Aspekt dieser Ausstellung ist der Humor, die Ironie. Was ist Humor? Wann kann man lauthals lachen, wann schmunzelt man? warum finden wir Peinlichkeiten und "Hoppalas" so zum Lachen? Ist Galgenhumor zielführend? Macht Selbstironie sympathisch? Kann humoristische Aufarbeitung durch Kunst Veränderungen herbeiführen? (...)"

Helga Schager

 

Projektzeitraum: November 2007 - Juni 2009

 

64

Video

 

In dem Video "64" bittet eine ältere Künstlerin eine Museumsleiterin/ einen Museumsleiter um eine Jubiläumsausstellung anlässlich ihres 64. Geburtstages.

 

Thema ist einerseits die Hierarchie im Kunstbetrieb, die in dem Machtgefälle zwischen MuseumsleiterIn und älterer, unbedeutender Künstlerin sichtbar wird; andererseits Komik, die erzeugt wird durch die Peinlichkeit der Aktion und Auflösung der Peinlichkeit in/durch Gelächter.